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Hocke Ralf GF Spring Messe(16. Mai 2017) Die digitale Arbeitswelt verspricht neben mehr Selbstbestimmung und Flexibilität auch vereinfachte Workflows, schnelleres und effektiveres Betriebliches Gesundheitsmanagement sowie optimierte Sicherheits- und Gesundheitsstandards. Doch wie effizient sind digitale BGM-Tools tatsächlich? Und wo steht der Mensch bei all dem? Antworten darauf gab es auf der Corporate Health Convention 2017 in Stuttgart. 2.438 Fachbesucher verschafften sich vom 9. bis 10. Mai einen Überblick über die neuesten Trends in Sachen Gesundheit am Arbeitsplatz.

 

„Höher, schneller, weiter“ – dieses Motto bestimmt das Wirken der meisten Wirtschaftsunternehmen. Eingefordert werden mehr Wirkkraft, Sparmaßnahmen und trotzdem Innovationen en masse. Und wer setzt das alles um? Etwa Sensoren oder Apps? – Nicht ohne die Hilfe ihrer Schöpfer: die Menschen. Das ist das Fazit der siebten Europäischen Fachmesse für betriebliche Gesundheitsförderung und Demografie. „Denn trotz all der technischen Hilfsmittel ist die ‚Human Resource‘ noch immer die wichtigste Schaffensquelle eines Unternehmens, die es zu fördern und zu schützen gilt“, erklärt Ralf Hocke (BILD), CEO des Messe-Veranstalters spring Messe Management.
 
Der Mitarbeiter ist König – Investition in deren Gesundheit ein Muss
 
Dieser Ansicht ist auch Prof. Dr. Volker Nürnberg, Experte für digitales BGM und Leiter der Beratungseinheit Health Management bei Mercer: „Der Kunde ist König, ist Unsinn. Der Mitarbeiter ist König. Wenn man sich gut um seine Mitarbeiter kümmert, kümmern die sich gut um die Kunden.“ Also sollte sich ein Unternehmen zunächst einmal um seine Belegschaft sorgen und in deren Gesundheit investieren, sonst sei ein Mithalten im globalen Markt unmöglich.
 
BGM sei ein Muss, doch leider spreche es aktuell nur die bereits gesunden Mitarbeiter an. „Ich bin überzeugt, dass webbasierte Tools das ändern können. Sie können analoge Angebote, etwa Bewegungspausen, zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen“, unterstreicht Nürnberg in seinem Meet the Expert-Vortrag. Niedrigschwellige, individuell auf das Klientel abgestimmte Angebote und integrierte Challenges, einfache Schrittwettbewerbe per Wearable zum Beispiel, seien optimal, um so viele Mitarbeiter wie möglich anzusprechen.
 
Analoges vs. digitales BGM: Der Mix macht‘s
 
Der Mix aus digitalen und klassischen Angeboten macht es also, so auch das Credo der Podiumsdiskussion von health@work, an der sich Oliver Walle und Kristin Hunsicker, beide von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH, Stefan Orf von Aino Health sowie Dr. Oliver-Timo Henßler von vitaliberty beteiligten. Letzterer ist sicher: “BGM wird immer digitaler werden, wird aber nie ganz digital sein. Wieso? Es hat immer mit dem Menschen zu tun.“
 
Wichtig sei in Punkto digitales BGM vor allem auch, dass Unternehmen den Datenschutz nicht außer Acht ließen. „Gesundheitsdaten sind sehr sensibel, mit denen muss man auch entsprechend sensibel umgehen“, hebt Kristin Hunsicker hervor. In Deutschland sei das auch meistens der Fall, denn Unternehmen und gerade Betriebsräte legten bei der Implementierung webbasierter Maßnahmen großen Wert auf die Sicherheit der Daten. Es gebe bereits viele Anbieter, die gut vorbereitet seien und sichere Systeme anböten.
 
Prävention 4.0 gegen ansteigende psychische Belastungen
 
Neben dem kritischen Faktor Datenschutz sollten aber auch die neuen Belastungen, welche die digitale Arbeitswelt mit sich bringt, nicht außer Acht gelassen werden, fordert Katja Hedke, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim VDSI und freiberufliche Sicherheitsingenieurin, in ihrer Keynote. „Ja, die Digitalisierung verspricht mehr Flexibilität und Effektivität in Arbeitsprozessen sowie die Verminderung physisch schwerer Arbeiten“, weiß die Sicherheitsexpertin. „Dagegen nehmen aber die Belastungen psychischer Art rapide zu“, hält sie dagegen.
 
Schlafstörungen, mehr Stress durch Entgrenzung, das alles belade die Psyche ungemein. Aufgrund dieser neuen Belastungen sei es dringend notwendig, präventiv tätig zu werden. Dazu diene das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Projekt „Prävention 4.0“, das Unternehmen anleiten möchte, sich mit den Möglichkeiten der digitalen Arbeitswelt, aber auch mit deren Tücken und Gegensätzen differenziert auseinanderzusetzen.
 
Nachhaltige Personalpolitik für zufriedene und gesunde Mitarbeiter
 
„Um auch künftig gute, gesunde, sichere Arbeit gewährleisten zu können, ist es ungemein wichtig, Mitarbeiter in Zeiten des Wandels nicht alleine zu lassen. Denn sie sind das zentrale Kapital eines Betriebes!“, betont Dr. Peter Krauss-Hoffmann von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Letztlich sei es entscheidend, dass sowohl Organisationen als auch die Individuen einen Weg finden, die in diesem Zuge entstehenden Gegensätze zwischen „alt und neu“ auszubalancieren – etwa zwischen stationärer und mobiler Arbeit, da müsse es feste Vereinbarungen geben, um einen gesunden Ausgleich zu garantieren.
 
Eine nachhaltige Personalpolitik ist dafür unerlässlich, unterstreicht Krauss-Hoffmann. „Denn das sichert die Attraktivität als Arbeitgeber und ist entscheidend, damit die Beschäftigten dauerhaft arbeitsfähig bleiben.“ Dazu müsse man Arbeitsbedingungen gestalten, die Mitarbeiter so lange wie möglich gesund und fit zu halten. Ein systematisches BGM mit digitalen und analogen Tools sowie eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur mit werteorientierter Führung könne bereits einiges bewirken. „Wichtig ist, dass wir bei all den neuen technischen Möglichkeiten den Menschen nicht aus dem Sichtfeld verlieren!“
 
Der Mensch im Zentrum, die Technik als Assistent
 
„Das Spotlight ‚Digitales BGM‘ hat gezeigt, dass die Technik zwar viele Vorteile mit sich bringt, aber nur dann effektiv nützt, wenn es den Menschen individuell bedient“, fasst Ralf Hocke zusammen. Das hätten nicht nur die über 90 Vorträge, sondern auch die breite Produktpalette der 160 Aussteller unter Beweis gestellt. „BGM und Personalarbeit werden und müssen also immer eng miteinander verknüpft sein“, so der Messe-Chef. Die gemeinsame Nutzung der Halle 1 habe daher nicht nur Laufwege für Messebesucher verkürzt, sondern auf Grund der Synergien auch inhaltlich Sinn gemacht.
 
www.messe.org

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