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Oczko Andreas DSAG(12. Oktober 2017) Einen Reigen an Hausaufgaben hat die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) beim 18. Jahreskongress in Bremen Ende September dem Walldorfer Softwarekonzern mit auf den Weg gegeben. Mehr Produkttransparenz oder Klärung von Lizenzierungsfragen. Darüber und weitere Themen das folgende Chefbüro-Interview mit dem stellvertretenden DSAG-Vorstandsvorsitzenden Andreas Oczko (Bild).

 

Chefbüro: Wie wichtig ist es für die DSAG, die SAP immer wieder daran zu erinnern, nicht nur den ERP-Technologienachfolger S/4HANA im Blick zu haben, sondern auch die klassische Business Suite?
Oczko: Natürlich ist das sehr wichtig. Wie unsere aktuelle Mitgliederumfrage zeigt, hat für 57 Prozent der Befragten die Business Suite eine hohe beziehungsweise sehr hohe Relevanz für die digitale Transformation in den Unternehmen. Dass die SAP die Business Suite nicht vergessen darf und adäquat weiter zu entwickeln hat, wird stetig von uns an die SAP adressiert. Aufgrund der SAP-Wartungsverpflichtung, nämlich die Business Suite mindestens bis 2025 zu unterstützen, ist hier von der SAP zu liefern. Vor allem Legal Changes/Legal Requirements nebst wesentlicher Funktionalität.

Chefbüro: Wird es aus DSAG-Sicht auch nach 2025 Anwender geben, die die klassische Business Suite im Einsatz haben?
Oczko: Man kann sicherlich davon ausgehen, dass es eine signifikante Anzahl von Kunden gibt, die auch nach 2025 ERP ECC 6.0 oder die Business Suite nutzen. Und man kann ferner davon ausgehen, dass SAP sich um diese Kunden in irgendeiner Form kümmern wird. Sei es in Form einer verlängerten Wartung oder in anderer Art und Weise – bis hin zu einem Nachfolge-Release des heutigen ERP ECC 6.0. Was aber alles bis dato nicht definitiv bekannt ist.

Chefbüro: Es könnte der Eindruck entstehen, dass nur mit S/4HANA Digitalisierungsvorhaben umgesetzt werden können – zumal im Zusammenhang mit S/4HANA immer wieder von der Begrifflichkeit „Digital Core“ die Rede ist.
Oczko: Es kann und wird niemand gezwungen auf S/4 zu wechseln. Es gibt für SAP-Bestandskunden derzeit überhaupt keinen Grund zu sagen: ich muss jetzt oder in zwei oder vier oder in sechs Jahren auf S/4 wechseln. Wechseln wann und ob, wird sich aus der speziellen Anforderung in Sachen Digitalisierung oder Transformation ergeben. Es kommt auf die Business Cases an, ob man das neue S/4 nutzt oder nicht. Und ob sich daraus wesentliche Vorteile für ein Unternehmen ergeben.
Zudem: Kaum ein Unternehmen hat ausschließlich SAP im Einsatz. Was ist, wenn der Business Differentiator nicht mit SAP, sondern mit einem Non-SAP-Betriebsmodul abdeckt wird? Dann wird die digitale Transformation dort begonnen. Es macht in diesem Fall keinen Sinn, etwa das ERP quasi aufzuhübschen und auf S/4 zu bringen.

Chefbüro: Die DSAG wünscht sich von SAP einen „stabilen digital Core“. Ist der nicht stabil?
Oczko: Vielleicht vorneweg. Hierbei geht es im Wesentlichen nicht um Betriebs- oder Datacenter-Readiness-Aspekte wie etwa Performance, Verfügbarkeit oder Skalierbarkeit. Sondern es geht im Kern darum, dass SAP-Anwendungen funktionieren – und zwar so funktionieren, dass unterschiedliche Anwendungsbedarfe abgedeckt werden. Im ERP müssen Funktionen so genutzt werden oder Geschäftsprozess abgedeckt werden können, die für das jeweilige Business erforderlich sind. Bei Altanwendungen heißt dies etwa Legal Changes oder Legal Requirements, aber auch gewisse andere funktionale Anforderungen. Für S/4HANA bedeutet zum Beispiel stabil, dass in der aktuellen Version 1709 Funktionen enthalten sind, die angekündigt wurden. Mit anderen Worten: Funktionen, die für Anwender existentiell sind, müssen schlicht verfügbar oder nutzbar sein, um Stabilität sicherzustellen.

Chefbüro: Sie fordern, den digitalen Kern mit flexiblen Lösungen zu ergänzen. Was heißt das?
Oczko: Es ist ja so, dass S/4 nicht alles bereitstellt, was die Business Suite heute sozusagen im Bauch hat. Sicherlich benötigen nicht alle Kunden die Funktionalität, die SAP mit S/4 heute bereitstellt. Aber es gibt nun mal eine Reihe von Bestandskunden, die die Funktionalität von heute auch morgen benötigen. Und die Frage ist berechtigt: Wie wird dies und jenes im S/4 realisiert respektive abgedeckt? Es kann schlicht nicht sein, dass Funktionen bis 2025 nutzbar sind und danach nicht mehr. Oder: HR gibt es gemäß den SAP Compatibility Packs bis 2025 und danach soll auf SuccessFactors gewechselt werden. Hier müssen flexible Lösungen geboten werden, sei es von SAP oder SAP-Partnern. Hier muss SAP für Klarheit, eindeutige Informationen oder für flexible Lösungen sorgen.

Chefbüro: Die DSAG mahnt eine bessere Produkttransparenz oder Informationen zu bestimmten Produkten – beispielsweise SAP Leonardo – an. Erklärt SAP ihre Produkte gegenüber den Kunden zu wenig oder nicht richtig?
Oczko: Sicherlich gibt sich die SAP Mühe. Allerdings wünschen wir uns als Stimme der Anwender hier und da weniger marketing- oder vertriebsorientierte Informationen, sondern mehr inhaltlich wertvolle über Produkte und Strategie. Wenn unsere aktuelle Umfrage unter SAP-Kunden zutage fördert, dass gerade mal neun Prozent mit SAP Leonardo gut oder sehr gut vertraut sind, dann spricht das Bände. Oder, wenn die SAP Cloud Platform, kurz: SCP, für nicht einmal die Hälfte der Befragten eine hohe bis sehr hohe Relevanz für die digitale Transformation hat, dann ist das beinahe fatal für SAP. Weil gerade die SCP ja für Differenzierung steht, die Anwender benötigen. Die SAP hat gute Technologien, schafft es aber offensichtlich zurzeit nicht, so zu kommunizieren, dass diese die Kunden oder Anwender anspricht.

Chefbüro: Abschließend, Thema Lizenzierung – da war ja wohl dieses Jahr so viel los wie noch nie. Was muss ein SAP-Kunde heute tun, um nicht in eine SAP-Lizenzfalle zu laufen, zum Beispiel in Sachen IoT?
Oczko: Stand heute wird sich ein SAP-Kunde schwer tun, ein lizenzsicheres Szenario für IoT aufzubauen. Und zwar für verschiedenste Systeme, die miteinander kommunizieren. Diesen Punkt haben wir an den SAP-Vorstand herangetragen. Die DSAG hat die Zusage, dass diese Problematik kurzfristig gelöst wird. Beim Thema indirekte Nutzung gibt es ebenfalls noch Klärungsbedarf. Andererseits hat die DSAG in Sachen Lizensierung eine Menge erreicht, etwa zum Beispiel NetWeaver Foundation. Aber klar ist, SAP-Kunden brauchen in Sachen Lizenzierung schlicht Rechtssicherheit.

Gottfried Welz
www.dsag.de

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