(18. Februar 2019) Blockchain – auf die Zuverlässigkeit und die Transparenz, die diese Technologie bietet, werden immer mehr Unternehmen aufmerksam. Angetrieben wurde die große Hype-Welle rund um die Blockchain und damit die Euphorie über ihr enormes Disruptionspotenzial zu Beginn durch den Erfolg der Krypto-Währung Bitcoin.

 

Canton Maurizio Tibco SoftwareBereits heute profitiert eine steigende Zahl an Branchen von der Manipulationssicherheit, die dieser Technologie innewohnt: das Distributed-Ledger-Prinzip für kritische Transaktionen. Teilnehmer einer Blockchain sind in der Lage ihre Assets im Netz zu verfolgen und zu tauschen, wobei ein Protokoll - als Hauptbuch oder „Ledger“ bezeichnet - aller digitalen Transaktionen für alle Akteure repliziert wird. Nach dem Abflauen des ersten Hypes lässt sich jetzt eine Reifung und Ausdifferenzierung der Technologie beobachten, die weit über die Finanzwelt hinausgeht.

Ein spannendes Anwendungsgebiet für die Blockchain ist die Fertigungsindustrie, wo sie für mehr Effizienz sorgt, insbesondere die Nachverfolgung von Frachtcontainern. Diese lässt sich durch den Einsatz dieser Technologie mit deutlich weniger Arbeitsaufwand und ohne die ansonsten üblichen Papierberge sicherstellen. Alle Mitglieder einer Logistikkette haben zu jeder Zeit Zugriff auf relevante Informationen und können bei Bedarf schnell und flexibel reagieren.

Auch das Gesundheitswesen profitiert von den Vorteilen von Blockchain. Die Technologie eignet sich perfekt dazu sensible Daten zu speichern - wie zum Beispiel Patientenakten oder Krankheitsverläufe. Der Grund dafür liegt auf der Hand: eine Blockchain lässt sich so einrichten, dass nur bestimmte Personen Zugriff auf die Daten haben. Die leistungsfähige Verschlüsselung bietet mehr Sicherheit und ersetzt den Menschen in seiner Rolle eines vertrauenswürdigen Mittelmannes.
Dennoch ist die Realisierung des vollen, der Blockchain innewohnenden Potenzials – besonders im Hinblick auf die Implementierung – kein Selbstläufer. Das ist nichts ungewöhnliches, hier verhält sich die Blockchain analog zu vielen anderen disruptiven Technologien. Datensilos und Engstellen könnten zum Beispiel den erhofften Mehrwert der Technologie verringern. Das Entfernen bestehender Systeme, die tief in die IT-Architektur eingebettet sind, ist aber für viele Unternehmen, die sich für kritische Geschäftsabläufe auf etablierte Systeme stützen, einfach finanziell nicht möglich. So rückt also eine neue Frage ins Rampenlicht: Wie kann die Blockchain - aus technologischer und unternehmenskultureller Sicht – auf den vorhandenen Systemen aufbauen?

Der entscheidendste Punkt um diese Herausforderungen zu meistern liegt in der unternehmensweiten Denkweise. Diese muss als Pro-Blockchain-Mentalität etabliert werden, die das Potenzial der Blockchain jedem Mitarbeitern klar und verständlich vermittelt, sodass er versteht, welche Möglichkeiten sich durch diese Technologie ergeben. Möglichkeiten, mit denen sich vorhandene Systeme leistungsfähiger machen und durch neue Funktionalitäten ergänzen lassen, die mehr Automatisierung, effizientere Prozesse und tiefere Geschäftseinblicke mit sich bringen.
Blockchain-Transaktionen generieren fortlaufend eine Flut an technischen und geschäftlichen Daten. Um aus diesen handlungsrelevante Informationen zu destillieren, ist aus technischer Sich eine Lösung notwendig, die Distributed-Ledger-Applikationen mit der übrigen Unternehmensarchitektur verknüpft – ob on premise oder in der Cloud. Zudem sollte ebenfalls Wert auf die Kombination dieser zwei Faktoren mit modernster Datenanalyse gelegt werden, um so ein Echtzeit-Monitoring zu ermöglichen stellen Analysetools doch eine entscheidende Komponente dar.

Eine weitere Voraussetzung für die erfolgreiche Blockchain-Implementierung ist ihre Vernetztheit – so banal es auch klingen mag. Die auf dem Prinzip einer engen Verkettung basierende Technologie, kann ihr volles Potenzial nur dann entfalten, wenn ihre Anwender zusammenarbeiten. Daher müssen Blockchain-Entwickler und –Architekten - ergänzend zu den bereits genannten Punkten - dafür Sorge tragen, dass Zweck, Funktionalität und Umfang der Blockchain-Implementierung stets an konkreten Geschäftszielen ausgerichtet sind.

Damit sich echter Erfolg einstellt, müssen Unternehmen für eine kontinuierliche Weiterentwicklung sorgen. Für Blockchain-Praktiker bedeutet dies, dass sie über die technische Kompetenz hinaus eine agile und innovative DevOps-Mentalität pflegen müssen - ergänzt durch solide Kenntnisse im Bereich Verschlüsselung und Implementierung. So schaffen zukunftsorientierte Unternehmen die Voraussetzungen dafür, alle Vorteile der Blockchain-Technologie zu genießen und in Zeiten der digitalen Transformation einen Vorsprung vor der Konkurrenz zu gewinnen.

Autor: Maurizio Canton (Bild), CTO EMEA Tibco Software

www.tibco.com

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen