(08. Juli 2019) Die Printmedien befinden sich im Sinkflug. Während im Jahr 2006 noch durchschnittlich 21 Millionen Zeitungsexemplare verkauft wurden, waren es zwölf Jahre später nur noch 14,1 Millionen. Die Hoffnungsträger der Verlage sind derzeit ePaper und Paid-Content-Modelle. Wie kann Print-on-Demand die Nachrichtenpresse revolutionieren?

 print on demand Quelle www 123rf com stockfotoWas ist Print-on-Demand?
Unter Print-on-Demand, kurz POD, versteht man das Drucken auf Anfrage beziehungsweise auf Abruf. Dies funktioniert meist dadurch, dass der Kunde die gewünschten Daten über eine Web-to-Print Plattform digital zur Verfügung stellt. Die Informationen werden anschließend via Digital- insbesondere Inkjetdruck verarbeitet.

Bei T-Shirts, Einladungskarten und sogar Büchern wird diese Technik bereits erfolgreich in der Praxis angewendet. Jetzt sollen auch Verleger von Zeitungen, Katalogen und Magazinen von der Innovation profitieren.

Print-on-Demand in der Praxis
Digital Print Group in Franken
2014 und 2016 wurden von der Digital Print Group und dem Fachmagazin der Deutsche Drucker personalisierte Ausgaben erstellt. Dies war unter anderem dadurch möglich, dass die Digital Print Group als erstes Unternehmen der grafischen Industrie in Deutschland ein Hochleistungs-Vollfarb-Inkjetdrucksystem angeschafft hatte. Mit der modernsten Technologie des Océ ColorStream 3500 ist es machbar Auflagen komplett zu individualisieren. Dabei sind mit dem Gerät bis zu 60.000 DIN-A4-Seiten pro Stunde oder 24 Millionen Seiten pro Monat problemlos produzierbar.
Neben der Gerätschaft, ist für große, individualisierte Auflagen auch umfangreiches Know-how bei der Datenaufbereitung notwendig. Dieses beweist die Digital Print Group nicht nur bei Vorzeigeprojekt wie den beiden Auflagen des Deutschen Druckers, sondern auch bei den hochwertigen Produkten ihre Sub-Unternehmen, wie Meine Kartenmanufaktur.de. (https://www.meine-kartenmanufaktur.de)


Meganews in Schweden
Ein spannendes Paradebeispiel für Print-on-Demand liefert das schwedische Unternehmen Meganews (http://www.meganews.com). Dieses bietet seit einigen Jahren an zentralen Orten, wie beispielsweise dem Flughafen Göteborg-Landvetter, Print-on-Demand Kioske an.
Die lesefreudige Kundschaft kann dort aus mehr als 100 Hochglanzmagazinen auswählen. Damit auch das passende Exemplar gedruckt wird, blättern die Interessenten zunächst durch verschiedene PDFs. Wer sich zum Kauf entscheidet, der zahlt mit Kreditkarte und erhält in rund zwei Minuten 100 frisch gedruckte Seiten der gewählten Zeitschrift.


Newspaper Direct in Großbritannien
Sicher ein Vorreiter in der Print-on-Demand Branche ist das britische Vertriebsunternehmen Newspaper Direct (http://x-media.at/Heft012000/64.pdf) . Die Firma liefert bereits seit dem Jahr 1999 Zeitungen auf Anfrage zu Kreuzfahrtschiffen, Fluggesellschaften und Luxushotels. Der Kunde bekommt das geforderte Exemplar als PDF-Datei und kann es problemlos überall auf der Welt ausdrucken.

Die Vor- und Nachteile von Print-on-Demand
Die Pluspunkte
1. Geeignet für Kleinstauflagen

Die Technik empfiehlt sich sowohl für Selbstpublikationen, als auch für Verlage. Exemplare können bereits ab einem Stück produziert werden.

2. Schonend für die Ressourcen

Es werden nur noch die tatsächlich verkauften Exemplare gedruckt. Bisher war es so, dass nicht vertriebene Printerzeugnisse zurückgeschickt wurden. Bei Zeitschriften machte das bis zu 40 Prozent der Auflage aus. Durch Print-on-Demand wird Papier gespart. Zudem können die fossilen Treibhausgase, die bisher durch Produktion und Auslieferung entstanden sind, laut Expertenmeinung bis zu 60 Prozent reduziert werden.

3. Sinkende Kosten für Transport und Logistik

Es werden keine Lagerplätze benötigt, außerdem entfällt der Rücktransport nicht verkaufter Ausgaben.

4. Nachdruck problemlos möglich

Zusätzliche Exemplare können minutenschnell fabriziert werden. Zudem sind sie problemlos aktualisierbar.

5. Individualisierung der Ausgabe

Persönliche Ansprache der Leser bei redaktionellen Inhalten, ebenso wie im Werbeteil, ist vergleichsweise einfach machbar. Liegen Daten, beispielsweise zum Konsumverhalten des Käufers vor, dann werden die Anzeigen optimal auf die Interessensgebiete des Kunden abgestimmt. Dadurch wird eine emotionale Bindung zwischen Leser und Zeitung beziehungsweise Magazin erzeugt. Außerdem ist es möglich die Ausgaben gezielt auf die Kundenregion anzupassen.

Die Nachteile von Print-on-Demand
1. Erzeugnisse sind mangelhaft
Durch die schnelle, einfache und kostengünstige Produktion werden auch häufiger Medien von geringerer Qualität in Auftrag gegeben und verbreitet.
2. Engpässe
Wird das Druckerzeugnis in Stoßzeiten angefordert, kann es Lieferschwierigkeiten auf Seiten des Dienstleisters geben. Teilweise dauert die Produktion dann sogar länger als auf konventionellem Weg.
3. Geringe Auswahl
Um die Kosten möglichst gering zu halten, werden meist nur wenige Variationsmöglichkeiten beispielsweise in Bezug auf Papiersorten, Formate etc. offeriert.


Die Zukunft der Printmedien
Während mit der Einführung des ersten Arbeitsplatzrechners Mitte der 1980er Jahre den Printmedien eine düstere Zukunft prophezeit wurde, sehen die Prognosen mittlerweile viel positiver aus. Bei einer Umfrage des E-Commerce Center Köln stellten 336 Marketing- und Kommunikationsexperten klar, dass Print nach wie vor ein wichtiger Teil der Medienland- und Werbelandschaft ist.
Es ist allerdings so, dass Printmedien eine Transformation erleben. Diese erfolgt dahingehend, dass sie immer vernetzter und personalisierter werden. Das Zusammenspiel zwischen modernster Technik und jahrhundertelanger Erfahrung der Presse sorgt für ein erfolgreiches Weiterbestehen von gedruckten Zeitungen und Magazinen auch in Zukunft.

https://www.meine-kartenmanufaktur.de

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