(09. Dezember 2019) Im Rahmen des Change Management entscheiden sich immer mehr Unternehmen dazu, neue Wege zu gehen. Dies stellt insbesondere auch CTOs vor diverse Herausforderungen: Wie lassen sich bisherige Erfahrungen auf zukünftige Entwicklungen übertragen? Welche übergeordneten Ziele, Meilensteine und Methoden sollten aus Sicht des Managements eingeführt werden?

Feurer Steven Paessler Quelle Paessler

Aktuell bietet insbesondere IT-Unternehmen das Internet der Dinge (IoT) eine neue technologische Perspektive. Doch vor der Entscheidung, zukünftig einen neuen Weg einzuschlagen, sollten insbesondere die gegenwärtigen Produkte und Prozesse betrachtet werden. Was 1991 noch nach reiner Theorie klang, wird sich in den 2020er Jahren vollständig verwirklichen: Das IoT wird sich vollkommen in den Alltag integriert haben. IT-Unternehmen sind prädestiniert, ihre Erfahrung und ihr technisches Know-how auf zukünftige Anwendungen für das IoT zu übertragen.

Die Zahl der weltweit installierten IoT-Geräte wird bis 2025 voraussichtlich 75,44 Milliarden betragen; dies entspricht einer fünffachen Steigerung innerhalb von zehn Jahren. Nach wie vor bestehen jedoch große Unsicherheiten hinsichtlich der genauen Richtung und der Details dieser technologischen Reise, die von CTOs einen enormen Balanceakt erfordert. Es müssen Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden, ohne die Anforderungen der Gegenwart außer Acht zu lassen. Dabei müssen Erfahrungswerte aus dem klassischen IT-Sektor auf einen Markt übertragen werden, der noch nicht endgültig definiert ist.

Veränderung richtig managen
Ist die Entscheidung gefallen, das Unternehmen hinsichtlich Produkten oder eigener Prozesse zu verändern, muss diese Entscheidung unternehmensweit erklärt und veranschaulicht werden. In vielen Unternehmen laufen im Rahmen von Change-Management-Projekten fünf bis zehn Veränderungsprozesse parallel, wobei die meisten Projekte über kurz oder lang scheitern.

Um Veränderung langfristig erfolgreich zu etablieren, müssen sie in einem Management-Plan konkretisiert und in den Arbeitsalltag integriert werden; sei es durch Methoden wie OKR (Objectives and Key Results), Scrum oder verschiedene Agility-Systeme. Jeder im Unternehmen muss verinnerlichen, dass sukzessive Veränderung als Prozess zur Tagesordnung gehört.

Die Gegenwart nutzen
Bevor sich Unternehmen dazu entscheiden, unternehmensinterne Veränderungen oder auch neue Produkte zu entwickeln, sollten sie einen Blick in die Gegenwart werfen und sich folgende Fragen stellen:
1. An welchem Punkt der Reise befinden wir uns? Haben wir das Potential, etwas Neues zu schaffen?
2. Bauen wir auf Produkte oder Services, die keine Probleme lösen? Falls ja, können bzw. sollten wir uns von ihnen trennen?
3. Was sind die Stärken der bestehenden Produkte oder Prozesse?
4. Wie gestalten wir Prozesse, um ein neues Produkt auf den Markt zu bringen?

Es zeigt sich, dass Veränderung nicht von heute auf morgen geschehen kann, sondern verschiedene Prozesse über einen längeren Zeitraum getestet werden sollten. So kann beispielsweise vor einer möglichen Produkteinführung ein Test-Produkt vollständig entwickelt und durch alle Phasen der Produktplanung geschickt werden. Außerdem geben umfassende Marktanalysen und -untersuchungen Aufschluss darüber, was hinsichtlich Preisgestaltung und Marketing zu beachten ist. Das Erschließen eines neuen Marktes erfordert immer wieder einen besonderen Einsatz und detaillierte Planung. Es ist daher ratsam, eine gewisse Kritik darüber zu entwickeln, welche Prozesse oder auch Produkte in Zukunft weniger oder gar keine Aufmerksamkeit erhalten sollten. Diese Sichtweise eröffnet langfristig neue Perspektiven und macht es möglich, auch den IoT-Markt immer besser zu verstehen.

Kommentar von Steven Feurer (Bild), CTO der Paessler AG

www.paessler.com

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