(20. Mai 2020) Gerade für kleine und mittlere Unternehmen lohnt sich der Weg in die Cloud. Ihre Personaldecke ist knapp und ihr IT-Budget begrenzt. Firmen, die es geschickt anstellen, senken durch die Cloud ihre Kosten und erhöhen ihre Agilität. Der Königsweg in die Cloud ist eine schrittweise, hybride Migration.

Hoefer Lukas Consol Software Quelle Consol Software

Nur in Ausnahmefällen migrieren Unternehmen ihre gesamte IT auf einen Schlag in die Cloud. Die meisten Cloud-Kunden starten zunächst ein Pilotprojekt, um erste Erfahrungen mit dem Beschaffungsmodell Cloud zu sammeln. Aber Vorsicht: Kurzfristig senkt die Cloud zwar fast immer die Kosten, aber langfristig kann der Cloud-Betrieb sogar teurer werden als eine On-Premise-Installation im eigenen Serverraum oder Rechenzentrum. Um böse Überraschungen zu vermeiden empfiehlt sich ein durchdachtes, strategisches Vorgehen. Der Königsweg in die Cloud besteht aus einem hybriden Vorgehen, das On-Premise-Installationen Schritt für Schritt ergänzt oder ersetzt. Kunden bedienen sich dabei einer Best-of-Breed-Strategie und wählen diejenigen Cloud-Anbieter, die ihre Anforderungen am besten erfüllen.

Klare Prozesse, Rollen und Zuständigkeiten
IT-Dienstleister wie Consol empfehlen, vor dem Start des Migrationsprojektes einen Cloud-Readiness-Test durchzuführen. Um cloud-ready zu sein, braucht es klar definierte Geschäftsprozesse, Rollen und Zuständigkeiten. Provider wie AWS bieten ein Cloud Adoption Readiness Tool (CART) an, das Migrationsplaner mit strukturierten Fragen durch den Evaluationsprozess führt und am Ende einen Readiness Report erstellt. Der Report bewertet, ob die Geschäftsbereiche Business, People, Process, Platform, Operations und Security bereit für die Cloud sind und wo beziehungsweise wie noch nachgebessert werden muss.

Zu den beliebtesten Cloud-Anwendungen für KMU gehören Microsoft Exchange Online, Office 365 und Google Drive. Abgerechnet wird nach Anzahl der User, Volumen und nach Version beziehungsweise Funktionsumfang. Aber auch Branchensoftware-Anbieter wie die britische Sage oder die deutsche SAP bieten auf kleine und mittlere Firmen zugeschnittene Cloud-Dienste, zum Beispiel für die Geschäftsbereiche Finanz- und Gehaltsbuchhaltung, Human Resources, Marketing, Sales oder eine einfache Spesen- und Reisekostenabrechnung an.

In der Cloud werden Ressourcen geteilt (shared resources), aber auch die Verantwortung für die Sicherheit der Applikationen und Daten (shared responsibility). Wer für was Verantwortung trägt, der Cloud-Provider oder der Kunde, hängt vom gewählten Cloud-Typ ab: IaaS, PaaS oder SaaS. Viele Kunden vergessen, dass in der Cloud auch sie selbst, nicht nur der Anbieter, für das wichtige Thema Sicherheit verantwortlich sind. Service Level Agreements (SLA), Latenzzeiten, garantierte Verfügbarkeiten und Backup-Strategien sollten in den Verträgen mit den Cloud-Providern genau beachtet werden.

Kosten kalkulieren
Ein guter Indikator für die anfallenden Kosten sind die Preiskalkulatoren der Anbieter wie Microsoft, Google oder Amazon Web Services (AWS). Microsoft etwa bepreist seine Cloud-Dienstleistungen unter anderem nach Virtuellen Maschinen, Storage-Volumen und gebuchter Azure-Funktionalität wie Kubernetes Service, SQL Datenbank und Cognitive Services und gibt Beispielszenarien. Cloud-Berater empfehlen, sich bereits bei Vertragsabschluss eine Exit-Strategie zu überlegen, falls der Cloud-Dienstleister die Preise erhöht oder die Qualitätsansprüche des Kunden nicht vollständig erfüllt.

Noch relativ jung in der Cloud sind Dienste wie BPMaaS (Business Process Management as a Service), BIaaS (Business Intelligence) oder iPaaS (Integration Platform). Die Nutzung dieser Dienste geht mit einer Anpassung des Geschäftsmodells oder der Prozesslandschaft einher. In der Regel ist es hilfreich, für solch komplexe Projekte einen Consultant mit ins Boot zu holen.

Autor: Lukas Höfer (Bild), Cloud Solutions Architect bei Consol Software in München

Leitfaden zum Download: https://www.consol.de/fileadmin/pdf/infomaterial/Leitfaden-Cloud-Migration-KMU.pdf

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