(27. Mai 2020) Ein Blick in die Top 100 der größten börsennotierten Unternehmen der Welt zeigt: Plattformen sind aktuell ein dominierendes Geschäftsmodell. Ob soziale Netzwerke wie Facebook, Suchmaschinen, oder Online-Marktplätze – immer mehr Unternehmen bringen auf ihren Portalen Hersteller und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen mit Konsumenten zusammen.

Lauchenauer David Myfactory Quelle Myfactory

Zu den erfolgreichen Beispielen gehören Amazon, Facebook oder Alibaba. Sie setzen auf diesen Trend, der auch für immer mehr Mittelständler interessant wird. Dabei stellt sich die Frage, wie sich Entscheider diesem Thema nähern können. Dabei braucht es nicht immer gleich eine eigene Plattform, die das gesamte Geschäftsmodell verändert. Oft ist der Anfang schon gemacht, wenn sich Firmen die Eigenschaften des Trends genauer anschauen und überlegen, was sie daraus für sich ziehen können. Denn für diese Szenarien gibt es häufig schon bestehende Lösungen:

• Menschen zusammenbringen: Die Aufgabe von Plattformen ist es, Anbieter mit potenziellen Käufern zusammenzubringen. Firmen können diesen Ansatz nutzen, um zum Beispiel die Zusammenarbeit anzutreiben: Um Aufträge zu erfüllen setzen Unternehmen oft auf Externe. Damit die Kollaboration mit dem gesamten Team gut funktioniert, braucht es ein Portal, über das alle Aufgaben, Ressourcen und Informationen miteinander geteilt werden. So lassen sich zum Beispiel Zeiten pro Kunden und Projekt erfassen, Materialdaten und Dokumente austauschen und die Team-Kommunikation abwickeln. Auch bei Lieferanten ist das sinnvoll: Nur wer weiß, wann welche Teile kommen, kann Prozesse effizient gestalten und seinen Kunden einen zuverlässigen Service bieten. Darum sind auch hier Portale zu empfehlen, in denen man seine Einkaufspreise abfragen, Konfigurationsinformationen übermitteln und fehlerhafte Ware reklamieren kann. Der Hersteller hingegen ist in der Lage, Termine und Bestellungen zu bestätigen sowie Daten für die Warenauszeichnung mitzuschicken.

• Daten sammeln: Auf Plattformen bietet es sich an DSGVO-konform Daten der Nutzer zu sammeln und auszuwerten. Auch dieser Gedanke lässt sich übertragen. Zum Beispiel in einem Self-Service-Portal. Hier steht der Austausch von Informationen im Vordergrund, der je nach Szenario auch um Dritte erweitert werden kann – zum Beispiel Zulieferer, die im Falle einer Produktkonfiguration direkt auf Kundenrückfragen antworten. Neben diesem direkten Kommunikationskanal können Kunden aber noch mehr: den aktuellen Status der Bestellung einsehen, Rechnungen runterladen, Reparaturaufträge prüfen, Ersatzteile bestellen oder Geräteupdates downloaden. Hersteller oder Händler profitieren auf der anderen Seite von einer stärkeren Bindung, weniger Admin-Aufwand und von Daten, die bei der individuellen Angebotsentwicklung helfen.

• Netzwerkeffekt nutzen: Plattformen bieten sowohl Produkte und Dienstleistungen als auch die Möglichkeit zu bewerten. Wird ein Angebot positiv bewertet und rezensiert, ist die Wahrscheinlichkeit des Kaufes höher. Diese Eigenschaft ist eine gute Inspiration für das eigene Einkaufserlebnis: Voraussetzung für den Erfolg des eigenen Webshops ist Vertrauen, das u.a. durch Kommentare und Bewertungen entsteht. Darum sollten mittelständische Unternehmen auf ihren Kanälen zur Interaktion anregen. Zum Beispiel bei der Bewertung von Dienstleistungen, des individuellen Produktkonfigurators oder der zuverlässigen Lieferung. Zudem bietet dieser Kanal die Chance, mit den Kunden erneut in Kontakt zu treten.

Plattformen als Inspiration – Bestehende Systeme als Lösung
Die Beispiele zeigen, dass es nicht gleich die zündende Idee für eine eigene Plattform braucht. Oft helfen schon einfache Fragen und die Beschäftigung mit dem Trend: Was lohnt es zu teilen, was lässt sich mit Mehrwert für alle Beteiligten austauschen und was kann ich in meiner Firma verbessern? Das können Abläufe sein, Dokumente, die interne und externe Kommunikation, Termine oder sogar ganze Projekte.

Schnell kommt die Erkenntnis, dass es für diese Szenarien schon Lösungen gibt. Bei der Wahl der richtigen ist allerdings auf eines zu achten: Basis für die beschriebenen Beispiele sind immer Daten – und die liegen zum Großteil im Enterprise Ressource Planning (ERP), Customer Relationship Management (CRM) oder im Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS). Daher sollte das Portal damit verknüpft sein. Lösungen aus der Cloud sind dafür ideal, da sie alle Module miteinander interagieren lassen und Daten in Echtzeit bereitstellen. So lassen sich die Potentiale optimal ausschöpfen.

Autor: David Lauchenauer (Bild), Geschäftsführer und Gesellschafter der Myfactory Gruppe

https://www.myfactory.com

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