(29. April 2020) Stetiges Sitzen bestimmt unseren Alltag. Wir sitzen auf dem Sofa, im Auto und vor allem im Büro. Durchschnittlich 9,6 Stunden am Tag verbringen wir im Sitzen. Doch sollten es mehr als sechs Stunden eigentlich nicht sein.

Reuter Stefan BakkerElkhuizen Quelle BakkerElkhuizen

Mögliche Folgen des Dauersitzens sind Herzerkrankungen, Rücken- und Nackenverspannungen, verminderte Produktivität, Gewichtszunahme oder sogar Depressionen. Aber was sollten wir stattdessen tun?

Besser wäre es, 60 Prozent dynamisch zu sitzen, 30 Prozent zu stehen und 10 Prozent des Tages in Bewegung zu verbringen. Ein ehrgeiziges Ziel, das im hektischen Arbeitsalltag jedoch allzu oft untergeht. Wissenschaftliche Studien zum Thema Bewegung am Arbeitsplatz, wie die von Oppezzo und Schwarz aus dem Jahr 2014, zeigen, dass sich Konzentration, Kreativität und Gesundheit durch mehrere Erholungsmomente sowie Bewegung bei der Arbeit verbessern lassen. Die Arbeitsgeschwindigkeit verringert sich bereits nach einer Stunde Schreibtischarbeit. Zudem lässt die Aufmerksamkeit nach und es schleichen sich Fehler ein.

Sie können diesen Ermüdungserscheinungen entgegenwirken, z.B. durch eine Änderung der Körperhaltung oder eine kurze Pause. Gleichzeitig fördert dies Ihr gesundheitliches Wohlbefinden. Jeder Wechsel von sitzen, stehen und bewegen aktiviert das Herz-Kreislauf-System, entlastet Wirbelsäule und Bandscheiben. Durch die Aktivität pumpt das Herz rund zehn Mal mehr Blut durch den Körper. So nützlich kann Bewegung im Büro sein.

Darüber hinaus können regelmäßige, kurze Erholungsmomente während der Bildschirmarbeit das Arbeitstempo erhöhen und bei der Lösung inhaltlicher Probleme helfen. Wer seinen Schreibtisch regelmäßig für einen kurzen Moment verlässt, kehrt mit einem frischen Blick an den Arbeitsplatz zurück und ändert die Wahrnehmung hinsichtlich auftretender Probleme.

Neben der Erholung führt auch der Einsatz von Hilfsmitteln zu besseren Leistungen. Aus einer Untersuchung aus dem Jahr 2016 geht hervor, dass Mitarbeiter effizienter am Laptop arbeiten, wenn sie einen Laptopständer, wie dem Ergo-Q 220 oder dem Ergo-Q 260, eine externe, ergonomische Maus mit Handshake-Haltung, wie unsere Evoluent D oder externe Tastatur verwenden. Gerade Kompakttastaturen wie das UltraBoard 960, das 8 cm schmaler als normale Tatstaturen ist, wirken präventiv und fördern die Produktivität. Auch das Blindschreiben oder die Nutzung von Tastenkombinationen führen zu mehr Produktivität.

Neben Sport- und Gesundheitskursen wünschen sich Mitarbeiter ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze. Unternehmen sind an dieser Stelle gefordert, aktiv zu werden und die wissenschaftlich belegten Fakten in die Praxis umzusetzen.

Arbeitsplätze ergonomisch einzurichten ist eine Investition in die Zukunft und vor allem in die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Wichtig ist es, die individuellen Gegebenheiten im Unternehmen zu betrachten und dann die geeigneten Hilfsmittel zu bestimmen. Dabei hilft ein Blick auf die Arbeitsorganisation: Wo und wie verbringen die Mitarbeiter ihren Arbeitstag? Welche Geräte nutzen sie? Die Beratung durch einen Ergonomie-Spezialisten, kann hier von Vorteil sein.

Ganz oben auf den Wunschlisten von Bildschirmarbeitern, besonders in Call-Centern, stehen Sitz-Stehtische. Sie erhöhen nicht nur nachweislich das Wohlbefinden, sondern erlauben gleichzeitig mehr Bewegung während der Arbeit, auch wenn man den Arbeitsplatz nicht häufig verlassen kann. Der Stoffwechsel der Nutzer wird angeregt, Verspannungen im Rücken und Nacken vorgebeugt und die Beinmuskulatur trainiert. Auch wird das Telefonieren im Stehen als angenehmer empfunden und die Telefonisten sind besser zu verstehen. Wir bieten hier z.B. den Honeycomb an, der sich sehr gut für flexible Meetings eignet, da sich mehrere Tischelemente zusammenschieben lassen - je nach Bedarf. Der InnoDesk hingegen fördert den gesunden Wechsel zwischen Stehen und Sitzen bei der PC-Arbeit.

Die Herausforderung bleibt, die Möglichkeiten des ‚sich bewegen können‘ auch zu nutzen. Denn häufig werden Sitz-Stehschreibtische in der Realität nicht entsprechend genutzt. Ein Softwareprogramm, das die Nutzer während der Arbeit regelmäßig motiviert, die Haltung zu wechseln oder den Arbeitsplatz zu verlassen, ist praktisch und hilfreich. So lernen Bildschirmarbeiter die Vorteile der Bewegung zu schätzen und finden gleichzeitig die richtige Balance zwischen Stehen und Sitzen. Helfen kann dabei unsere Work & Move Software, die Ihnen Feedback zu Ihrer Arbeitsweise am PC gibt und Ihnen einen gesunden Arbeitsrhythmus aufzeigt.

Bewegung und Abwechslung in der Körperhaltung sind bei der Büroarbeit wichtig. Gute ergonomische Produkte können helfen, um sich Bewegungsfreiheit und Komfort bei der Büroarbeit zu schaffen. Sie passen sich einerseits den Bedürfnissen des Körpers an. Andererseits animieren sie zu mehr Bewegung und Haltungswechseln.

Zu beachten sind dabei die folgenden Kriterien:

• Die Höhe des Bürostuhls ist ideal, wenn die Füße flach auf dem Boden stehen und die Knie einen Winkel von mindestens 90 Grad bilden.

• Die Schreibtischhöhe sollte bei aufrechter Sitzhaltung so eingestellt sein, dass Unter- und Oberarm einen rechten Winkel bilden während Hand und Handgelenk entspannt auf der Tischplatte aufliegen können.

• Sollte sich der Schreibtisch in der Höhe nicht verstellen lassen, können zusätzliche Fußstützen helfen. Diese sollten mindestens 45 cm breit sein.

• Der Abstand zum Bildschirm sollte in etwa eine Armlänge betragen (60-70 cm) in Abhängigkeit von der Zeichengröße. Der Blickwinkel auf die Bildschirmmitte sollte etwa -35° zwischen Nulllinie (verlängerte Augenhöhe) und Blickrichtung betragen.

• Ideal ist die Verwendung eines elektrisch verstellbaren Sitz-Steh-Tisches. Wichtig ist es den Anwendern eine Produktschulung zu geben. Der Nutzen eines Sitz-Steh-Tisches ist nur dann gegeben, wenn die richtige Balance zwischen Sitzen und Stehen eingehalten wird.

• Telefongespräche und Meetings sollten abwechslungshalber im Stehen abgehalten werden.

Autor: Stefan Reuter (Bild), Geschäftsführer DACH von BakkerElkhuizen, Moers

www.bakkerelkhuizen.de

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