(02.07.2020) Im Durchschnitt verbringen Menschen rund 90% ihrer Zeit in geschlossenen Räumen – davon oftmals mehrere Stunden am Tag im Homeoffice oder am Arbeitsplatz in öffentlichen Gebäuden. Doch gerade Büros zählen zu den Orten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko.

Pål Berntsen, Vice President & General Manager for Airthings Business, Quelle: AirthingsIn einem Ingenieurbüro in Berlin waren Anfang März über 80% der Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt. Teils saßen sie in Gemeinschaftsbüros, teils aber auch in Einzelbüros, in denen die Fenster aufgrund der kühlen Jahreszeit meist geschlossen blieben. Eine Tatsache ist vielen Menschen jedoch nicht bewusst: Neben der Temperatur kann die Luftfeuchtigkeit einen erheblichen Einfluss auf die Verbreitung von Grippe- und Coronaviren haben. Viele Mitarbeiter befinden sich noch im Homeoffice, doch die Zahl der „Büro-Rückkehrer“ steigt stetig an. Was können sie tun, um sich zu schützen und sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz gesund zu bleiben?

Forschungen zur Luftfeuchtigkeit
Laut Schweizer Forschern ist das Übertragungsrisiko in geschlossenen Räumen deutlich höher als im Freien. Verschiedene Gründe sprechen dafür: Zum einen fehlt in Gebäuden das UV-Licht der Sonne, das Viren abtötet. Zum anderen teilen sich in Gebäuden oftmals mehrere Menschen die Atemluft, die auch bei gutem Luftwechsel nur alle ein bis zwei Stunden komplett ausgetauscht wird. Im Gegensatz dazu verfliegen Viren an der frischen Luft schnell. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass neben der Tröpfcheninfektion oder über Aerosole Sars-CoV2 auch durch Schmierinfektionen übertragen werden kann. Bei der Oberflächenübertragung spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Temperatur, Art der Oberfläche und die relative Luftfeuchtigkeit. 

Entscheidend ist die Höhe der Luftfeuchtigkeit, denn sowohl eine zu feuchte als auch zu trockene Luft können die Verbreitung von Grippe- und Coronaviren fördern. Experten empfehlen daher im Wohnraum und in Büros eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40% und 60%. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von unter 40% steigt das Ansteckungsrisiko, da die Viren in der Luft und auf Oberflächen länger infektiös bleiben. Forscher der US-Gesundheitsbehörde Centre for Disease Control and Prevention untersuchten die Lebensdauer von Grippeviren nach simuliertem Husten. Sie stellten fest, dass bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit von 23% über 70% der Grippeviren infektiös sind. Im Gegensatz dazu verursachen bei einer mittleren Luftfeuchtigkeit von 43% nur noch 14% der Grippeviren Infektionen. Dagegen fördert eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 60% die Verteilung von Viren in der Luft.

Luftfeuchtigkeit im Gleichgewicht
In öffentlichen Gebäuden wie Büros oder auch Krankenhäusern kann die Verbreitung von Viren durch Befeuchtungssysteme deutlich verlangsamt werden, so die Forscher. Für Privathaushalte empfehlen sie, mehrmals am Tag zu lüften, um so das optimale Raumklima zu erreichen. Ob die Luftfeuchtigkeit im eigenen Zuhause zu hoch oder zu niedrig ist, lässt sich nur anhand von Messgeräten bestimmen. Hier kommen smarte Luftqualitätsmonitore ins Spiel, denn sie ermöglichen präzise Messungen. Die intelligenten Geräte erfassen verschiedene Faktoren unserer Raumluft wie die Feuchtigkeit oder Temperatur und warnen, wenn die empfohlenen Werte über- oder unterschritten sind. So können Nutzer zeitnah Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Atemluft ergreifen. Denn die Luftqualität hat einen enorm hohen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen, auch wenn das Bewusstsein darüber bei vielen noch nicht geschärft ist.

Autor: Pål Berntsen, Vice President & General Manager for Airthings Business (Bild)

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