(23. April 2018) Bis in die 1960er war es für Konsumenten bittere Realität, Monate oder gar Jahre auf ein neues Auto, eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank zu warten. Inzwischen hat sich diese Tatsache stark gewandelt. Gerade im digitalen Bereich gibt es, nicht zuletzt wegen der digitalen Transformation, hinsichtlich der Bereitstellung von neuen Produkten große Fortschritte.

 

Otten Martin OutSystems Quelle XingInzwischen leben wir in Zeiten eines Produktionsüberschusses. Lange Wartezeiten akzeptieren Konsumenten nicht, denn der nächste Shop mit dem gewünschten Produkt ist nur wenige Klicks entfernt. Darum ist es nicht weiter verwunderlich, dass Nutzer nicht bereit sind, Monate oder gar Jahre auf neue mobile Applikationen zu warten. Zugunsten kurzer Entwicklungs- und Bereitstellungszeiten sind Unternehmen gefordert, ihre internen Prozesse umzustrukturieren – das einzige Mittel, um die hohen Erwartungen der Konsumenten zu erfüllen.

Das Unternehmen auf den Prüfstand stellen
Selbst wenn viele Unternehmen sich immer noch scheuen, die Digitalisierung aktiv anzugehen – es gibt keine Alternative, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Damit die Transformation gelingt, sollten Unternehmen zuerst die internen Prozesse und Strukturen auf den Prüfstand stellen. Denn zumeist besteht großes Optimierungspotenzial. Verharren Unternehmen weiterhin in bewährten, aber starren Strukturen, können sie sich nicht auf die Bedürfnisse der Konsumenten einstellen: Sie sind sehr anspruchsvoll, und ihre Geduld ist begrenzt. Sie akzeptieren es nicht, mehrere Monate oder gar Jahre auf neue Produkte zu warten. Das gilt natürlich auch für mobile Applikationen: Teilweise benötigen Unternehmen 20 Monate oder mehr, um Apps bereitzustellen. Einen derartigen Aufwand in die Entwicklung einer neuen App zu investieren, ist in einer Zeit, in der digitale Vorreiter-Unternehmen quasi minütlich neue Apps hervorbringen, nicht mehr zukunftsfähig.

Eine individuelle Digitalisierungsstrategie
Es gibt nach wie vor keine „One-Fits-All-Lösung“, auf die Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation zurückgreifen können. Vielmehr gilt es, eine individuelle Strategie zu finden, um die Herausforderungen angehen und die Chancen, die die Digitalisierung offeriert, effektiv nutzen zu können. Dabei sollten Unternehmen beachten, dass die digitale Transformation keineswegs ein Übergangsphänomen ist. Sie betrifft nicht nur einen einzigen Unternehmensbereich, sondern ist vielmehr ein Großprojekt, das Unternehmen auf lange Sicht angehen und umsetzen sollten. Das heißt allerdings nicht, sich ausschließlich auf neue Technologien zu verlassen. Sie im Unternehmen zu implementieren und damit Prozesse zu optimieren, ist zwar ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber nicht das Allheilmittel. Denn im Rahmen der Digitalisierung ändert sich auch die zugrundeliegende Strategie, bis dato erfolgreiche Geschäftsmodelle, die interne Zusammenarbeit und, nicht zu vergessen, die gesamte Unternehmenskultur. Diese umfassenden Veränderungen können nur gelingen, wenn das gesamte Unternehmen mitzieht – einschließlich des Managements. Nur wenn die Geschäftsführung hinter dem Vorhaben steht und den Wunsch, die Digitalisierung im Unternehmen voranzutreiben, den eigenen Mitarbeitern vorlebt, kann die digitale Transformation gelingen. Dafür müssen Führungskräfte Freiräume für neue Strukturen und Technologien schaffen. Häufig gelingt nicht auf Anhieb alles so, wie man es sich ausgemalt hat. Fehler können und dürfen passieren, wenn sie große Veränderungen – und damit Verbesserungen – mit sich bringen. Gelingen kann all das nur mit einer flexiblen IT, die bedarfsgerechte Anpassungen jederzeit ermöglicht. Denn erfolgreich ist die digitale Transformation nur dann, wenn sowohl Mitarbeiter und Methoden als auch die IT entsprechend agil sind.

App-Entwicklung ist häufig eine Kostenfalle
Der Bedarf an Apps wächst stetig. Unternehmen sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, den wachsenden Bedarf und die steigenden Anforderungen der Kunden, was Usability und User Experience angeht, zu erfüllen. Da Entwickler heute oftmals jede einzelne Code-Zeile einer App aufwendig manuell programmieren müssen, wachsen die internen Backlogs kontinuierlich an. Darum kann die Bereitstellung einer neuen App bis zu zwei Jahre dauern – Raum für neue Projekte zu schaffen, ist fast unmöglich. Zudem ist auch die Instandhaltung und Aktualisierung einer App – beispielsweise im Hinblick auf neue Technologien wie Big Data, Machine Learning oder Künstliche Intelligenz – für viele Unternehmen eine große Aufgabe: Vielerorts ist die IT eine reine Kostenstelle, sodass für App-Anpassungen kein Budget vorhanden ist. Aus diesem Grund fristen Business-Apps oftmals ein trostloses Dasein; niemand kümmert sich um die Behebung von Bugs. Das macht viele Business-Apps zur reinen Kostenfalle. Um dann zumindest die allernötigsten Entwicklungen vorantreiben zu können, greifen Unternehmen aus Verzweiflung auf externe Dienstleister zurück. Das ist zwar eine Lösung in der Not, kann auf Dauer jedoch weitere Schwierigkeiten verursachen, da die Verwaltung von mehreren IT-Teams zusätzlichen Aufwand verursacht.

Apps entwickeln mit Low-Code-Frameworks
Genau hier setzen Low-Code-Entwicklungsplattformen an. Dabei handelt es sich um eine Softwareentwicklungslösung, die die Entwicklung anhand eines visuellen Editors ermöglicht. Das bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile: Der Launch einer App verkürzt sich erheblich, da Entwickler nicht mehr jeden Screen manuell programmieren müssen, sondern per Drag-and-Drop und nach einer Art Baukasten-Prinzip Apps einfach und schnell zusammenstellen können – ohne jegliche Programmierkenntnisse. Low-Code-Frameworks beschleunigen die App-Entwicklung – je nach Projektumfang – um das Vierfache. Zudem hält sich der Aufwand für etwaige Weiterentwicklungen in einem überschaubaren Rahmen: Änderungen lassen sich dank offener Systemarchitektur und Datenintegrationsmöglichkeiten schnell umsetzen und bequem per Mausklick ausspielen. Auf Anpassungen – etwa aufgrund neuer Technologien – können Unternehmen bedarfsgerecht reagieren.

Die digitale Transformation mit Low-Code-Plattformen erfolgreich meistern
Um auch weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen klar umdenken: Die digitale Transformation kann nur funktionieren, wenn Unternehmen ihre Prozesse und Strategien im Detail überdenken und bedarfsgerecht anpassen bzw. optimieren. In der App-Entwicklung können Low-Code-Plattformen dabei helfen, flexibel auf Änderungen am Markt zu reagieren und die Bedürfnisse der Nutzer hinsichtlich einer hervorragenden Usability zu erfüllen – ganz zu schweigen von der Möglichkeit, Enterprise-Apps unkompliziert zu entwickeln und sehr schnell bereitzustellen. Für eine erfolgreiche Digitalisierung ist der Einsatz von Low-Code-Frameworks in der App-Entwicklung einer der wichtigsten Schritte, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.

Autor: Martin Otten (Bild), Director Sales DACH und Continental Europe bei OutSystems

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