(04. Juli 2018) Daten werden häufig als das „Gold des digitalen Zeitalters“ beschrieben. Egal, ob in den Produktionshallen von Industrieunternehmen, in Fahrzeugen, beim Online-Shopping oder beim Surfen in sozialen Netzwerken – das Datenvolumen steigt stetig und die Zahl der Datenquellen nimmt zu.

 

Zillmann Mario Luenendonk PartnerDoch das Sammeln von Informationen reicht schon seit geraumer Zeit nicht mehr aus. Die Daten müssen sinnvoll analysiert und eingesetzt werden, um daraus einen Mehrwert generieren zu können. Für Beratungsunternehmen gehört die Datenanalyse zu den täglichen Aufgaben innerhalb ihrer Beratungsmandate. Jedoch müssen auch die Beratungen auf den explosionsartigen Anstieg von Daten reagieren und in der Lage sein, Massendaten sowie komplexe Datenstrukturen auswerten und analysieren zu können.

Wie und in welcher Form verwenden Berater heute und in Zukunft moderne Data-Analytics-Software in ihrer täglichen Arbeit? Verbessern sich dadurch das Projektergebnis und der Wertbeitrag? Ergeben sich bereits datenbasierte Beratungsprodukte, die Kunden als Solution dauerhaft nutzen?

Lünendonk ist in der zweiten Auflage der Studie „Consulting 4.0 – Bessere Beratung durch effizientere Datenanalyse und Visual Analytics?“ diesen und weiteren Fragen auf den Grund gegangen. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Tableau, Anbieter von Visual Analytics, konzipiert und wird von Tableau als interaktives Dashboard kostenfrei zur Verfügung gestellt. Interessenten können so direkt in die Daten klicken und sich die einzelnen Perspektiven unterschiedlicher Befragungsgruppen individuell anschauen.

Berater sehen enorme Effizienzpotenziale durch Analysetools

Analysetools kommen in der Projektpraxis überwiegend bei der Auswertung zur Analyse von Kundenprojekten und für das Monitoring von KPIs im Projektverlauf zum Einsatz. In Zukunft planen die befragten Beratungen, für deutlich mehr Aufgaben Software-Tools für die Datenanalyse einzusetzen. Dies hat zur Folge, dass die Beratungen den künftigen Aufwand vor allem für standardisierbare Routineaufgaben als deutlich geringer einstufen und sich signifikante zeitliche Einspareffekte erhoffen. Bewerten heute 60 Prozent der Teilnehmer die Analysephase mit einem „sehr hohen Aufwand“ bzw. „hohen Aufwand“, teilen in zwei Jahren nur noch 19 Prozent diese Ansicht. Bei der Dateneingabe und Datenbereinigung zeigen sich die Unterschiede noch deutlicher: Heute ist dieser Prozess für 70 Prozent mit einem großen Aufwand verbunden, künftig lediglich für 20 Prozent der Befragten.

„Fast jeder zweite Berater erwartet, dass sich durch den Einsatz von Analysetools der Zeitaufwand in der Analyse- und Umsetzungsphase halbiert. Die andere Hälfte erwartet sogar ein noch höheres Effizienzpotenzial. Bewährt sich diese Einschätzung, können Beratungsprojekte deutlich schneller vorangetrieben werden und tragen so zum Unternehmenserfolg sowohl für die Beratung als auch für ihre Mandanten bei“, so Mario Zillmann (Bild), Partner bei Lünendonk & Hossenfelder.

Solutions als Ergebnis des Beratungsauftrags

Aber nicht nur das Beratungsprojekt an sich erhält durch die Möglichkeiten von Analysewerkzeugen einen spürbaren Mehrwert. Viele Managementberatungen entwickeln und verkaufen inzwischen Beratungsprodukte, die auf Daten basieren. 29 Prozent der Teilnehmer vermarkten bereits solche Solutions, weitere 13 Prozent planen es. Lünendonk wollte von den Beratungen wissen, in welchen Unternehmensbereichen Solutions zum Einsatz kommen. Vorrangig findet man sie im Umfeld der Produktion und Logistik sowie im Einkauf und der IT.

Anforderungen an Berater wandeln sich

Auf die Berater selbst kommen durch den Big-Data-Trend einige Veränderungen zu. Zum einen steigt der Bedarf an Schulungen und Trainings, um mit Analysesoftware umgehen und diese richtig einsetzen zu können. Zum anderen müssen die Berater neben ihrer Branchen- und Fachkompetenz neue technologische Skills mitbringen, um Beratungsprojekte erfolgreich durchzuführen. So bewerten die Teilnehmer die Change-Kompetenz sowie die Technologiekompetenz der Berater sowie die digitale Beratungskompetenz zukünftig als kritischen Erfolgsfaktor für Beratungsprojekte. Besonders die digitale Beratungskompetenz gewinnt an Bedeutung. Dreimal so viele Berater schreiben dieser Fähigkeit in Zukunft einen „sehr hohen Impact“ bzw. „hohen Impact“ zu, als sie es heute noch tun.

Mario Zillmann appelliert deshalb an die Managementberatungen: „Nicht der Brand und das Image der Beratung werden in Zukunft über die Vergabe und den Erfolg von Beratungsprojekten entscheiden, sondern das Zusammenspiel der richtigen Beraterkompetenzen. Consulting-Unternehmen sind aus diesem Grund gefordert, am besten schon heute ihre Mitarbeiter entsprechend zu entwickeln und in Technologien zu investieren.“

http://www.luenendonk.de

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