(26. Juli 2018) Die immer stärker um sich greifende Digitalisierung zwingt Unternehmen der produzierenden Industrie zu weitreichenden organisatorischen Anpassungen und neuen Formen cross-funktionaler Zusammenarbeit – auch über Unternehmensgrenzen hinweg.

 

Digitale Transformation TMG ConsultantsFür eine Vielzahl produzierender Unternehmen wird es geradezu überlebenswichtig, mit einer maßgeschneiderten und befähigten Organisation 4.0 auf die Herausforderung der Digitalen Transformation zu reagieren. Reale und digitale Welt wachsen immer mehr zusammen. Wie schnell und wie sehr sich die Industrie durch die rasant fortschreitende Digitalisierung verändern wird, ist noch nicht genau vorherzusagen. Unstrittig ist jedoch: Die Digitale Transformation wird kommen – weil der Markt und die Kunden immer kurzzyklischer nach immer individuelleren Produkten und Dienstleistungen verlangen und die Technik dies inzwischen ermöglicht. Ohne eine weitreichende organisatorische Neuorientierung können die Unternehmen aus der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung allerdings nur partiell Nutzen ziehen. Um das volle Digitalisierungs-Potenzial zu heben, sind Anpassungen und Eingriffe auf nahezu allen organisatorischen Gestaltungsfeldern eines Unternehmens erforderlich: von Anpassungen der Organisationsstruktur über neue Kompetenz- und Kollaborationsanforderungen bis hin zu einem neuen Führungsverständnis und der Förderung von agilem Denken und Handeln.

„Datenmeer“ intelligent kombinieren und kreativ nutzen

Schon heute fällt in produzierenden Unternehmen eine enorme Menge selbst generierter Daten an. Die Quellen dieser steigenden Datenflut reichen von der zunehmenden Vielfalt an Sensoren in der Produktion, mit denen Betriebsabläufe und Maschinenzustände erfasst werden, über den Einsatz von immer mehr RFID-Chips in Lagern und Werkhallen, bis hin zur beständig ansteigenden Menge an Daten, die von den unterschiedlichsten Social Media-Plattformen und sonstigen externen Quellen generiert werden. Optimalen Nutzen aus der rasant wachsenden Menge und Vielfalt digitalisierter Daten werden allerdings nur Unternehmen ziehen, die es verstehen, Daten nicht nur zu generieren, sondern sie auch in einen passenden Kontext zu setzen und die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen: durch intelligente Kombination und kreative Nutzung der Daten kann ein Unternehmen zu völlig neuen Erkenntnissen im Hinblick auf das angestammte Geschäft und dessen Perspektiven kommen.

Verstärkt cross-funktionale Teams bilden

Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden auch die Produkte digitaler und „smarter“: Sie sind an Cloud-Plattformen oder Apps gekoppelt und ermöglichen Kunden, zusätzliche Leistungen abzurufen. Der Trend zu immer smarteren Produkten und Leistungsangeboten macht es aus organisatorischer Sicht notwendig, Produktentwicklung und IT-Abteilung aufs engste an Produktinnovationen zusammenarbeiten zu lassen. Spezifisch ausgeprägte IT-Kompetenz in R&D und Produktentwicklung wird zu einem essentiellen Erfolgsfaktor. Auch Marketing, Vertrieb und Service sollten noch enger miteinander verzahnt und mit der Entwicklungsabteilung kollaboriert werden. Informationen zum Nutzerverhalten können dann zeitnah rückgespiegelt und zur Entwicklung optimierter bzw. noch individuellerer Produkte und Leistungsversprechen genutzt werden.
Organisatorisch ließe sich diese Anforderung über eine eigenständige Funktion, das „Customer Success Management“, zielführend bewerkstelligen. Dieser neu zu installierenden Funktion könnte die Gesamtverantwortung für ein kontinuierlich zu betreibendes Customer Relationship Management anvertraut werden.

Für eine funktionierende cross-funktionale Zusammenarbeit über die verschiedenen Bereiche hinweg, ist es notwendig, die bestehenden Silos aufzulösen. Da auf Kundenwünsche immer schneller und flexibler reagiert werden muss, gehört die Zukunft agilen Teams, die anlassbezogen cross-funktional zusammengestellt werden. In einer flachen Hierarchie ist es diesen Teams möglich, die Entscheidungen selbst treffen zu können.

Über das Unternehmen hinaus strategische Partner suchen

Die Komplexität, die für smarte Produkte und innovative Geschäftsmodelle in der neuen digitalen Welt charakteristisch ist, kann auch von Großunternehmen alleine kaum noch beherrscht werden. Strategische Partnerschaften einzugehen – auch über Branchengrenzen hinweg -, wird für produzierende Unternehmen vor diesem Hintergrund zu einem eminent wichtigen Erfolgsfaktor. Viele der zukünftigen Partnerschaften werden auf einer Art „Gentlemen's Agreement“ geschlossen werden – getragen von gegenseitigem Vertrauen und ohne lange Verhandlungen, wer welche Daten einsehen darf bzw. zur Verfügung gestellt bekommt.

In Zukunft werden Führungskräfte viel stärker darauf bedacht sein müssen, die Mitarbeiter zu „empowern“ und ihnen genügend Freiräume für ein weitgehend eigenverantwortliches Handeln zu geben. Gleichzeitig gilt es, Managementmethoden auszuprägen, die die intrinsische Motivation von Mitarbeitern und Führungskräften stärken und die ein Arbeiten in agilen Netzwerken wirksam unterstützen. Auf der mittleren Ebene wird eine der wichtigsten Aufgaben für Führungskräfte darin bestehen, für die richtigen Rahmenbedingungen zu sorgen, damit die eigenverantwortlich arbeitenden Teams ihre Ziele erreichen.

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