(25. September 2018) Im Krankenhaus zählt jede Sekunde – auch jene, die medizinisches Personal mit Organisation und Verwaltung verbringt. Denn sie fehlt am Ende in der Patientenversorgung. Damit das nicht passiert und ein hoher Behandlungserfolg gewährleistet wird, gilt es an den richtigen Stellschrauben zu drehen – auch in den IT-gestützten Prozessen.

 

DSAG mitglieder im gespraech Quelle DSAGDas hat der Arbeitskreis Krankenhaus der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) erkannt und den strategischen Dialog mit SAP und Cerner zur Zukunft der IT im Gesundheitswesen gesucht. Gegründet wurde in diesem Zuge die Strategiegruppe Digital Healthcare Provider Council (DHPC). Sie hat zum Ziel, Ideen für die digitale Transformation von administrativen und klinischen Prozessen in Kliniken zu entwickeln.

Themen wie das E-Health-Gesetz in Deutschland für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen oder die auf Bundesebene erarbeitete „Digitale Agenda“, stellen die Kliniken hierzulande und damit auch die Mitglieder des DSAG-Arbeitskreises Krankenhaus, immer wieder vor Herausforderungen. „Wir sehen die Integration von Prozessen und der entsprechenden Funktionalitäten in den SAP- und Partnerlösungen als großen Vorteil bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben“, erläutert Barbara Schmücking, Sprecherin des DSAG-Arbeitskreises Krankenhaus. Bereits in der Vergangenheit hat sich die DSAG daher immer wieder für den hohen Integrationsgrad stark gemacht.

Für die DSAG-Anwender ist es unerlässlich, dass SAP ihren Integrations-Ansatz auch bei anstehenden Innovationen weiterverfolgt. „Um auf SAP auch langfristig als verlässlichen Partner bei Veränderungsprozessen in unserer Branche setzen zu können, brauchen wir Planungssicherheit und fundierte Informationen, um Investitionsentscheidungen überlegt zu treffen“, sagt Barbara Schmücking.

Bei Cerner und SAP ist die Zusammenarbeit mit Kunden ein essenzieller Bestandteil der Software-Entwicklung. „Das beginnt bereits frühzeitig bei der Diskussion von Ideen und Überlegungen, wie IT-Innovationen dazu beitragen können, dass Kliniken ihren Patienten das bestmögliche Behandlungsergebnis bei noch effizienterer Nutzung von Ressourcen bieten können“, erläutert Harald Bartl, bei Cerner Lead Solution Strategist für das klinische System i.s.h.med®. Im Vordergrund steht dabei laut Cerner der Nutzen, den der Einsatz von neuen IT-Verfahren für Patienten, für den klinischen Ablauf und für die Klinik als Unternehmen verspricht. „Vom Ergebnis dieses Austauschs profitieren sowohl IT-Hersteller als auch Kunden. Das Digital Healthcare Provider Council bietet dafür einen sehr guten Rahmen“, so Harald Bartl.

Die Vorteile eines solchen Austauschs hat auch SAP bereits vor einigen Jahren erkannt. „Lösungen und Prozesse bis hin zu Nutzeroberflächen können nur sinnvoll unter Einbeziehung der betroffenen Benutzer und Kunden erstellt werden. Das ist nicht neu. Neu ist jedoch im Zuge der Digitalisierung, dass SAP die Nutzer aktiv beim ‚Denken der Zukunft“ mitnimmt“, erläutert Ralf Scholdei, Product Owner Patient Management, SAP Health Provider Core & Patient Centric SAP SE. Nur in der Überlagerung der Kunden- bzw. Nutzerexpertise und der Expertise der neuen disruptiven Technologien wie Machine Learning ließe sich nachhaltig ein Mehrwert generieren, welcher auch noch in drei Jahren Bestand habe. „Wir sind überzeugt, dass die Chance der Kunden noch nie so groß war, die Lösungen und Services der nächsten Generation mitzugestalten“, ist sich der SAP-Experte sicher.

Zukunft neu denken
Um auch künftig möglichst frühzeitig zu agieren und die weitere Entwicklung der Software-Lösungen für Krankenhäuser zu beeinflussen, hat sich die DSAG gemeinsam mit SAP und Cerner auf die Gründung einer Strategiegruppe verständigt. Unter dem Motto „Die Zukunft neu denken“ wird das Digital Healthcare Provider Council (DHPC) die digitale Transformation in Kliniken vorantreiben. „Unser Ziel ist es, vor dem Hintergrund der anstehenden Software-Neuentwicklungen bei SAP bzw. Cerner gemeinsam sukzessive die gesamte Wertschöpfungskette in Krankenhäusern durchgängig zu optimieren, neu zu gestalten und innovative Lösungen für die IT im Gesundheitswesen zu entwickeln“, so Barbara Schmücking. Innerhalb des Gremiums DHPC sind 17 Vertreter von Krankenhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten. Die beteiligten Kliniken sind Maximalversorger und Universitätskliniken. Dadurch sind weitestgehend alle medizinischen Fachdisziplinen und Funktionsdienste abgebildet. „Zudem war uns wichtig, dass die Gruppenmitglieder bereits die branchenspezifische Lösung IS-H und auch das Cerner KIS i.s.h.med im Einsatz haben“, sagt die DSAG-Arbeitskreis-Sprecherin. Sie sollten vor allem den Status quo kennen und auf dieser Basis einen fundierten Blick in die Zukunft werfen können.

Die Reise des Patienten
Das Gremium wird den Einfluss neuer Technologien wie Cloud und Plattformen auf die IT im Gesundheitswesen, zukünftige Veränderungen im Gesundheitssystem und dessen Rahmenbedingungen antizipieren, bewerten und strategische Zielsetzungen für IT-Lösungen ableiten. „Unser Fokus liegt auf den Patienten. Wir möchten unsere Prozesse in ihrem Sinne optimieren und gleichzeitig nachhaltig und effizient mit Ressourcen umgehen. Automatisierung und moderne IT-Architekturen werden die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Behandelnden und Patienten erleichtern “, sagt Barbara Schmücking. Konkret wird die gesamte „Reise des Patienten durch seine Erkrankung“ (Patient Journey) in den Fokus genommen. Ziel ist es, mittels Digitalisierung Arbeitsschritte deutlich zu vereinfachen, die bislang nur sehr zeitaufwendig erledigt werden konnten. Ein denkbares Szenario wäre beispielsweise, dass ein Patient bereits bevor er im Krankenhaus ankommt seine Aufnahmedaten per App an die Klinik schicken kann. Zudem bietet ein höherer Digitalisierungsgrad Chancen, den Kliniker im Krankenhaus besser über Patienten zu informieren. Denn „das Krankenhaus kennt oftmals nur jene klinischen Angaben zum Patienten, die dort aufgenommen wurden. Im Sinne einer patientenindividuellen und risikoarmen Behandlung ist es wichtig, wesentliche Parameter wie Allergien, Medikation oder Befunde des Patienten zu kennen. Digitalisierung wird dazu beitragen, diese Informationen schneller und umfassender bereitzustellen als dies heute gelebt wird“, sind sich die Vertreter von SAP und Cerner, Ralf Scholdei und Harald Bartl, sicher.

Gleichermaßen strebt die Strategiegruppe einen hohen Grad an Standardisierung an. „Standards ermöglichen uns Prozesse und Ergebnisse einfacher auszuwerten und sie erlauben Interoperabilität, um Informationsbedürfnisse kurzfristig zu bedienen, was die Arbeit im Krankenhaus effizienter gestaltet“, ordnet Barbara Schmücking ein. Zu Beginn wird sich das DHPC vorwiegend um die Prozesse in der Notaufnahme sowie um Szenarien aus der Patientenadministration und Abrechnung kümmern.

Treffen beim DSAG-Jahreskongress
Beim DSAG-Jahreskongress 2018 wird DSAG-Arbeitskreis-Sprecherin Barbara Schmücking das Digital Healthcare Provider Council in dem kurzen Vortrag „Informationen zum DHPC – Status“ den SAP-Anwendern vorstellen. Termin ist der 17. Oktober 2018 um 16:00 Uhr.
Ebenfalls um die Digitale Transformation im Gesundheitswesen dreht sich die Keynote der Helios Kliniken am ersten Tag des Kongresses. 16. Oktober 2018 um 11:45 Uhr wird die Patient Journey in den Fokus gerückt.

www.dsag.de/kongress

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