(25. April 2019) Zugegeben, es klingt martialisch, wenn vom „War for Talents“ die Rede ist. Tatsächlich aber verbirgt sich hinter diesem Begriff ein mit immer härteren Bandagen geführter Wettbewerb um die besten Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt.

 Albiez Doris DellSchon jetzt herrscht in vielen Branchen ein akuter Fachkräftemangel, und die Situation verschärft sich aufgrund der demographischen Entwicklung noch weiter. Während sich einst die Kandidaten ins Zeug legen mussten, um eine Stelle zu ergattern, buhlen heute die Unternehmen um die Mitarbeiter. Hat man endlich den Passenden gefunden, muss man aber schnell feststellen, dass er oder sie schon ein wenig anders gestrickt ist, als man das vielleicht noch vor ein paar Jahren erwartet hätte. Ständig erreichbar sein und sich fürs Unternehmen verbiegen? Was Chefs gerne fordern, kommt bei jungen Menschen der sogenannten Generation Z, also den ab Mitte der 90er-Jahre Geborenen, nicht gut an. Sie lassen sich allein mit traditionellen Anreizen wie einem renommierten Unternehmensnamen, einem schicken Firmenwagen oder satten Prämien nicht mehr gewinnen.

Eine aktuelle Dell-Umfrage zu den Zielen und Wünschen dieser Generation Z zeigt, dass Werte wie Nachhaltigkeit, Umwelt und Diversität, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, oder auch ein Arbeitsumfeld, das Flexibilität und Selbstverwirklichung ermöglicht, mindestens genauso wichtig sind wie eine gute Bezahlung. Was aber heißt das für die Unternehmen? Was zeichnet den optimalen Arbeitgeber aus? Immer häufiger arbeiten Mitarbeiter in virtuellen Teams, die unabhängig von festen Orten für Projekte aus wechselnden Mitgliedern zusammengestellt werden – oder auch im Home Office, von unterwegs, flexibel als Freelancer mal für diesen, mal für jenen Auftraggeber.

Der klassische Nine-to-Five-Job ist heute zwar oftmals noch Standard, wird jedoch mittel- bis langfristig in vielen Bereichen verschwinden. Die Firmen müssen ihren Mitarbeitern also flexible Arbeits- und Lebenszeitmodelle anbieten, die Freiräume für eine individuelle Lebensgestaltung lassen. Neben einer neuen Sicht auf die Art und Weise des Arbeitens braucht es jedoch auch die technischen Lösungen, die dies erst ermöglichen. Ein vernetzter, ortsunabhängiger Arbeitsplatz bietet überhaupt erst die Grundlage für modernes Arbeiten. Digital-Workplace- und Collaboration-Tools, aber auch neue Technologien wie Augmented oder Virtual Reality tragen dieser Entwicklung Rechnung und fördern die Zusammenarbeit von Teams über räumliche oder zeitliche Grenzen hinweg. Dabei reicht es aber bei weitem nicht aus, den Mitarbeitern einfach einen Rechner hinzustellen und dann zu hoffen, sie würden sich damit schon begnügen. Die Generation Z ist mit modernster Technologie groß geworden, hat sie fest in ihrer DNA verankert und schätzt ihre eigenen technischen Fähigkeiten hoch ein. Entsprechend erwarten sie ein bestens ausgestattetes Arbeitsumfeld. Stolze 86 Prozent der deutschen Jugendlichen haben in der Dell-Befragung angegeben, dass die Ausstattung ihres Arbeitsplatzes mit neuester IT-Technologie bei der Entscheidung für oder gegen einen neuen Job durchaus ausschlaggebend ist.

So selbstbewusst die Angehörigen der Generation Z übrigens ihre eigenen technologischen Fähigkeiten beurteilen, so unsicher sind sie hingegen in Bezug auf ihre so genannten Soft Skills. Nicht weniger als 90 Prozent der Befragten denken „mit Bauchschmerzen“ an den Berufseinstieg, da sie befürchten, nicht ausreichend mit Fähigkeiten wie Kommunikationsstärke, Eigeninitiative oder Teamfähigkeit gerüstet zu sein. Hier sind die älteren, erfahreneren Kollegen gefordert: Sie können dem Nachwuchs fehlende soziale Kompetenz und Führungsqualitäten vermitteln, und umgekehrt kann die Generation Z dafür sorgen, dass das technologische Wissen unternehmensweit ausgebaut wird. Diesen Austausch sollten Firmen unterstützen, Mitarbeiter verschiedener Generationen in ein Boot holen und beispielsweise Mentoring-Programme auflegen. Um Lösungen für die Zukunft entwickeln zu können, braucht es Diversität, sprich verschiedene Menschen, die sich mit ihren individuellen Fähigkeiten und wertvollen Erfahrungen einbringen, ergänzen und fördern.
Es stimmt, die Generation Z stellt potenzielle Arbeitgeber mit ihren Ansprüchen mal mehr, mal weniger auf die Probe. Ein Problem ist das allerdings nicht – im Gegenteil. Als Unternehmen täte man gut daran, diesen Wandel nicht als Last zu empfinden, sondern ihn aktiv und zum eigenen Vorteil zu gestalten. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Good-Will-Aktion. Vielmehr lässt sich der Wettbewerb um die besten Köpfe – der „War for Talents“ – gar nicht mehr anders bestehen.

Autorin: Doris Albiez (Bild), Senior Vice President & General Manager, Dell EMC Deutschland

www.dell.com

 

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