(21. Juni 2019) Im vergangenem Jahr hat sich der Fachkräftemangel im IT-Bereich weiter zugespitzt: 82.000 vakante Stellen und acht von zehn Personalverantwortlichen in Unternehmen beklagen einen Mangel an IT-Spezialisten – und das kann im schlimmsten Fall das Wachstum gefährden.

 

Visel Pierre TufinDass Stellenangebote nicht besetzt werden, liegt an zwei Faktoren: Zum einen scheitert es an den Gehaltsvorstellungen des Fachpersonals, die aufgrund des Mangels an geeignetem Personal in die Höhe steigen und das sich Unternehmen selten leisten können oder wollen. Zum anderen liegt es aber auch an einem Defizit von Qualifikationen und Kompetenzen.

Dieses Defizit zeigt sich besonders im Bereich der Cybersicherheit. Bis zum Jahr 2022 wird hier ein Fachkräftemangel von 1,8 Millionen vorhergesagt, alleine in Europa werden rund 350.000 Fachkräfte fehlen. Im Grunde kann die Anzahl der Menschen, die die erforderlichen Kenntnisse aufweisen, der steigenden Nachfrage nach technologischer Entwicklung nicht standhalten.

Zweifellos ist der Fachkräftemangel ein großes Problem für Unternehmen jeder Größe. Er ist aber nicht die einzige Herausforderung, mit der sich Unternehmen und IT-Abteilungen auseinandersetzen müssen: das Thema Talent- und Zeitverschwendung wird ebenfalls immer wichtiger.

Fachkenntnisse nutzen, nicht verschwenden!
Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter so effizient wie möglich arbeiten. Allerdings verschwenden viele Organisationen die wertvollen technologischen Fähigkeiten ihrer Angestellten. Denn heute werden in den meisten Unternehmen IT-Teams mit vermeidbaren IT-Problemen, ungeplanten Tätigkeiten und zeitintensiven Administrationsaufgaben überflutet, die einen maßgeblichen Teil ihrer Zeit schlucken.

Gleichzeitig werden die Netzwerke immer komplexer. Dadurch nehmen Routineaufgaben mehr Zeit in Anspruch, als sie sollten. Aufgaben wie die Analyse und Planung von Netzwerkänderungen oder das Beheben von Problemen, die durch falsche Policy-Konfiguration entstanden sind, sind extrem ineffizient – und belasten IT-Teams noch zusätzlich.

Dies ist vor allem für große Unternehmen problematisch, bei denen sich die Unternehmenswerke ständig weiterentwickeln und aus einer komplexen Kombination aus unterschiedlichen Plattformen und Services bestehen, die alle verwaltet und gesichert werden müssen. Dadurch werden die technischen Fähigkeiten von Netzwerksicherheitsteams nicht optimal genutzt und die operationale Effektivität beeinflusst. Die Talente von Mitarbeitern und ihre Zeit werden aufgrund banaler Aufgaben verschwendet. Aber was können Unternehmen tun, um das Leben ihres IT-Personals leichter zu machen und sicherzustellen, dass ihre Fähigkeiten nicht verschwendet werden? Es muss ein Weg gefunden werden, wie die Zeit minimiert werden kann, in der die Mitarbeiter Notfälle bekämpfen und manuelle, zeitaufwändige Aufgaben verrichten.

Automatisierung ist der Schlüssel
Automatisierung spielt eine zentrale Rolle. In vielen Fällen könnten die mühsamsten Aufgaben, wie das Clean-up von Firewall-Regeln oder Server-Stilllegungen, automatisiert werden. Damit wird dem Sicherheitsteam Zeit verschafft, sich auf brisante Projekte beziehungsweise Aufgaben wie das Aufspüren hochkomplexer Bedrohungen (APT, Advanced Persistent Threats) zu konzentrieren.

Richtlinien-basierte Automatisierung kann Netzwerk- und Sicherheitsteams dabei helfen, effizienter zu arbeiten, da Regeländerungen innerhalb von Minuten statt in Tagen durchgeführt und die Sicherheitskontrollen verschärft werden können. Automatisierung kann zudem den Druck bei der Vorbereitung von Audits und Compliance-Berichten reduzieren und letztendlich den Zeitaufwand für die Verwaltung von Sicherheitsrichtlinien und der Fehlerbehebung von Konnektivität im hybriden Netzwerk reduzieren.
Unternehmen müssen deshalb Tools und Lösungen integrieren, die das Management von Sicherheitsrichtlinien optimieren und Richtlinienverletzungen automatisch melden, sobald sie entstehen. Dadurch werden die Netzwerk- und Sicherheitsteams deutlich entlastet, da eine Durchführung von Netzwerkänderungen in einem Bruchteil der Zeit möglich ist. Das verbessert nicht nur die Effizienz, sondern verschafft auch Zeit, um die allgemeine Sicherheit des Unternehmens zu verbessern.

Außerdem verringert Automatisierung das Risiko menschlicher Fehler. Netzwerksicherheitsteams müssen keine Zeit mehr damit verschwenden, falsche Konfigurationen anzupassen, was zu mehr Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter führen sollte.

Automatisierung kann nicht nur Netzwerk- und Sicherheitsteams helfen, mit der Komplexität des Unternehmensnetzwerks umzugehen, sondern auch menschliche Fehler vermeiden, Compliance verbessern und gewährleisten, dass die Sicherheit mit der Agilität und dem Tempo des Unternehmens Schritt hält. Aber am wichtigsten: Sie kann wertvolle Ressourcen freimachen, um sich auf komplexere Aufgaben zu konzentrieren, die essentiell für Umsatzwachstum sind und direkt das Unternehmensergebnis beeinflussen. So können IT-Talente optimal eingesetzt, statt verschwendet werden; Und sowohl das Unternehmen als auch die Mitarbeiter profitieren.

Autor: Pierre Visel (Bild), Regional Director DACH bei Tufin

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