(09. April 2020) Nach stetigem Aufwärtskurs in den letzten Jahren spürt auch die MKS Software Management AG, Hersteller von Software für den Mittelstand mit Sitz in Friedrichshafen, die aktuelle Krise.

 

Kempf Michael MKS AG Quelle MKS AGVorstand Michael Kempf (Bild) geht von einem schwachen Wachstum in 2020 aus, die für dieses Jahr erwartete Umsatzsteigerung von 10 % dürfte sich nach 2021 verschieben. „Wir wissen nicht, was mit unseren Kunden geschieht. Das kommt bei uns erst zeitverzögert an“, wie Kempf im März auf einer Telefon-Pressekonferenz mitteilte.

MKS wurde im Jahr 2000 gegründet; Kernprodukt ist das ERP-System MKS Goliath.NET. Die Software vereint ERP, CRM und DMS in einer zentralen Plattform. In der aktuellen Produktgeneration wurden Business-Intelligence-Funktionalitäten in die einzelnen ERP-Module integriert. So will MKS Business Intelligence in den Mittelstand bringen.

Technologisch die Weichen gestellt
Strategisch sieht sich der Anbieter gut aufgestellt, weil er in der jüngeren Vergangenheit technologisch die richtigen Weichen gestellt habe. Zum einen würden durch zusätzliche Lösungen innerhalb von Goliath.NET weitere Nebenbranchen adressiert – was sich in neuen Kundenprojekten niederschlug, unter anderem beim Radiologie-Verbund Blikk Holding GmbH, der die ERP-Suite von MKS bundesweit einführt und darüber u.a. sein Beschaffungswesen organisiert.

„Politik und Wirtschaft erkennen auf einmal, wie wichtig es in der Vergangenheit gewesen wäre, Digitalisierung voranzutreiben“, so Michael Kempf. Dies müsse angesichts hastig angebundener Home-Offices nun rasch nachgeholt werden. Unternehmen müssten mehr in die Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse investieren, auch um außergewöhnliche Zeiten und Krisen wie die derzeitige möglichst gut zu überstehen. Dazu gehörten nicht zuletzt alle technischen Voraussetzungen, um Home Offices anzubinden, u.a. durch ERP-Lösungen in Verbindung mit Cloud-Computing und Mobility-Konzepten.

Mehr Mietmodelle und Per-per-use-Abrechnungsvarianten
Der MKS-Chef erwartet deshalb nach der Krise eine erhöhte Nachfrage, eben auch nach Cloud-Lösungen im ERP-Umfeld. Bei denen seien die Anwenderunternehmen in den vergangenen Jahren bislang eher zurückhaltend gewesen. Der Hersteller wird dafür noch offensiver verschiedene Mietmodelle anbieten und Per-per-use-Abrechnungsvarianten in sein Geschäftsmodell integrieren. Hierzu ist MKS derzeit im Gespräch mit führenden deutschen Hosting-Anbietern.

Auch größere politische Unterstützung wünscht sich Michael Kempf. Die gibt es freilich bereits, unter anderem durch Initiativen wie das wie go-digital-Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die MKS Software Management AG ist zertifizierter Berater von go-digital und kommt dadurch in den Genuss staatlich geförderter Aufträge, über die sie momentane Umsatzrückgänge ausgleichen kann. Kunden können dabei Ideen für neue Produktfunktionen formulieren. Diese fließen – bei entsprechendem Bedarf und Möglichkeit der Realisierung – in einen Funktionspool ein, welcher anschließend auch anderen MKS-Kunden zur Verfügung steht. Lösungen, die so entstehen, werden teilstaatlich finanziert, wovon auch der Ideengeber profitiert. Bislang sind auf diese Weise 22 neue Funktionen entstanden, unter anderem eine digitale Rechnungsbearbeitung, das Einfügen elektronischer Signaturen in PDF-Dokumente und automatisierte Abrechnungsprozesse.

„Die aktuelle Corona-Krise ist nur eine kurzfristige Delle“, sagt Kempf und ist gedanklich bereits im Jahr 2021, denn: „Die Home Offices werden nicht verschwinden!“ Auch in Zukunft will MKS derweil selbständig bleiben und keinen Fremdkapitalgeber/Investor an Bord nehmen – „obwohl es Angebote gab und gibt“, wie Michael Kempf offen zugibt.

Autor: Frank Zscheile

www.mks-ag.de

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