(24. Oktober 2018) Was haben der Wilde Westen von damals und das Internet von heute gemeinsam? In seinem neuen Buch „Wild Wild Web“ zieht Tim Cole, Experte für alle Themen rund um das Internet und Blogger der ersten Stunde, einen ungewöhnlichen und doch treffenden Vergleich.

 

Der amerikanische Wilde Westen war geprägt von Gesetzlosigkeit, dem Recht des Stärkeren und den daraus resultierenden Monopolen der sogenannten Räuberbarone. Das heutige Internet wird genauso von einer Handvoll Riesen beherrscht, den sogenannten GAFA-Monopolen (Google, Amazon, Facebook und Apple), die sich nach Herzenslust an unseren Daten bedienen, ihre Macht schamlos ausspielen und der Gesellschaft damit langfristig unermesslichen Schaden zufügen. Tim Cole plädiert deshalb für eine ‚Zivilisierung‘ des Internets. Wir dürfen die Entwicklung der Digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr als gegeben hinnehmen. Es ist dringend Zeit für eine neue, eine digitale Ethik, ohne die wir orientierungslos in die digitale Zukunft stolpern werden.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert rissen in Amerika Monopolisten wie die Rockefellers, Astors, Carnegies und Vanderbilts ungezügelt Macht an sich, beuteten Menschen aus und schlugen jeglichen Widerstand durch ihre Kumpel in den Regierungsämtern mit Waffengewalt nieder. Heute sind es große Internetkonzerne genauso wie winzige Start-ups, die sich ohne Skrupel kostenlos an unseren Informationen bedienen. Diese Ausschlachtung unserer Daten darf nicht mehr widerstandslos akzeptiert werden.
Die amerikanischen Räuberbarone wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den „New Deal“ beschränkt, einer Serie von Wirtschafts- und Sozialreformen die zur Abschaffung der Kinderarbeit, der Einführung von Frauenwahlrecht, Arbeitsschutzverordnungen und Aufsicht über Banken sowie zur Zerschlagung von Monopolen führten. Tim Cole zieht eine Parallele zwischen dieser Zeit des amerikanischen Aufbruchs und der Ära des digitalen Umbruchs, in der wir uns befinden und in der es ebenfalls höchste Zeit für einen „New Deal“ ist.

Mit „Wild Wild Web“ möchte Cole den Lesern die Augen dafür öffnen, wie und in welchem Maß sie heute schon ausgebeutet werden, was erst noch passieren wird, wenn wir die Dinge einfach laufen lassen, und vor allem: Was können wir selbst – Konsumenten, Bürger und Staat – dagegen tun? Er legt den Finger in die digitale Wunde des 21. Jahrhunderts und ermuntert all jene, deren Aufgabe es ist, die mühsame Aufgabe der „Zivilisierung“ des Internets in Angriff zu nehmen und den Wilden Westen des Internets zu zähmen. Wir brauchen eine neue Souveränität im Umgang mit der Digitalen Transformation, sowohl im Privat- als auch im Berufsleben, in der Wirtschaft, der Gesellschaft und in der Politik. Es müssen Gesetze erlassen und durchgesetzt, Auswüchse beschnitten und die neuen Räuberbarone in die Schranken gewiesen werden.
Am Ende des Buches steht ein „Manifest“, das sich als Anstoß für eine längst überfällige Diskussion in Gesellschaft und Politik über digitale Menschenrechte versteht. Es ist Zeit für eine neue, eine digitale Ethik, ohne die wir orientierungslos in die digitale Zukunft stolpern werden. Es ist höchste Zeit zu handeln.

Mit seinem Ansinnen steht Tim Cole nicht alleine da. In seinem Buch „Wild Wild Web“ kommen renommierte Gastautoren zu Wort: Prof. Dieter Kempf (Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI)), Thomas Sattelberger (FDP-Fraktionsmitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung), Dr. Heinrich Arnold (CEO Detecon), Prof. Heinz Kurz (Schumpeter-Gesellschaft, Uni Graz) und der Futurist Gerd Leonhard zählen zu seinen Unterstützern.

Cover Wild Wild WebTim Cole,
Wild Wild Web
Was uns die Geschichte des Wilden Westens über die Zukunft der Digitalen Gesellschaft lehrt

Vahlen, 2019
226 S., Gebunden 24,90€
ISBN 978-3-8006-5788-9

Erscheint am 30. Oktober

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